Kräutertherapie

Die chinesische Arzneimitteltherapie stellt den Schwerpunkt der Traditionellen Chinesischen Medizin dar. Etwa 80 Prozent der mit TCM behandelten Patienten in China werden mit der Arzneimitteltherapie und nur 20 Prozent mit Akupunktur behandelt.

Es werden vorwiegend Pflanzenteile wie Wurzeln, Rinden, Blüten und Blätter, aber auch Mineralien und einige Tierprodukte verwendet.

Die TCM kennt ca. 2000 Einzelsubstanzen, von denen ca. 600 in Deutschland erhältlich sind. Die Abgabe erfolgt durch Apotheken, welche durch strenge Kontrollen die Sicherheit der chinesischen Arzneimittel in Bezug auf Pestizid- und Schwermetallbelastung sowie Artenschutz gewährleisten können.

Die chinesische Arzneimitteltherapie blickt auf eine 2000-jährige Anwendungspraxis zurück. Jedes einzelne Mittel wurde in seiner Wirkung auf den Körper genau beobachtet und klassifiziert, die Funktionen und Wirkrichtungen wurden beschrieben und die entsprechenden Organe zugeordnet.

Um die Wirkung zu verstärken, werden die einzelnen Mittel in  der Regel miteinander kombiniert. Für jeden Patienten wird eine individuelle, auf die Krankheitssituation abgestimmte Rezeptur erstellt, die meist aus 4-15 Einzelsubstanzen besteht. Die Anwendungsmöglichkeiten sind somit breit gefächert. Beispielerkrankungen finden Sie unter Indikationen.

Traditionell werden die chinesischen Arzneimittel in Form von Abkochungen (Dekokten) eingenommen, also in Wasser gekocht und als Tee getrunken. Daneben gibt es auch Verabreichungen als Granulat, Pulver oder Tablette. Äußerlich kommen die Kräuter als Auflage, Salbe oder Öl zur Anwendung.

Die Rezepturen werden täglich eingenommen. Abhängig von Schweregrad und Dauer der Erkrankung erstreckt sich die Behandlung auf eine Woche bis mehrere Monate. Im Verlauf der Behandlung wird die Zusammensetzung der Rezeptur kontinuierlich dem Gesundungsprozeß angepaßt. Die Kosten für die chinesischen Arzneimittel belaufen sich auf ca. 10-15 € pro Woche.